Kräuterweihe am Fest Mariä Himmelfahrt

Zum Fest Mariä Himmelfahrt werden seit über tausend Jahren Kräuter- und Blumenbüschel gesegnet. Bereits seit Karl dem Großen, der allen Klöstern in der Sorge um die Volksgesundheit die Anlage eines Kräutergartens verpflichtend auferlegt hatte, wird dieses Brauchtum bezeugt. In die Sträuße gehören Sommerblumen, Ähren verschiedener Getreidesorten, Heilkräuter und Beeren. Mancherorts besteht der „Himmelfahrtsstrauß“ aus sieben, zwölf oder sogar 72 bestimmten Pflanzen. In der Mitte ragt oftmals eine Königskerze (Wetterkerze) empor. Sie verweist auf die mit dem Fest verbundenen Bauernregeln. Gutes Wetter an diesem Tag soll schöne Tage und viel guten Wein bringen. Vor allem aber soll die Heilkraft der Kräuter durch die Fürbitte der Kirche dem ganzen Menschen zum Heil dienen. Dieses Heil ist an Maria besonders deutlich geworden. Mit den Blumen wird die Schönheit der Schöpfung ins Bild und dann in den Gottesdienst gebracht, der so zu einem sommerlichen Fest der Freude wird. Vielleicht benötigen wir in diesem Jahr der Pandemie in besonderer Weise wieder diese christliche Symbolkraft für Gesundheit, Zuversicht und ganzheitlicher Lebensfreude.